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Freitagspredigt

Bau und Erhaltung von Moscheen

28. Oktober 20222. Rabi al-Ahir 1444

Verehrte Muslime,

unsere Hutbe befasst sich mit dem Bau und Erhaltung von Moscheen und dem Respekt gegenüber ihnen.

Mesdschid bedeutet Ort der Sedschde. Es ist also ein Ort, in dem die Niederwerfung vollzogen wird. Sedschde ist die wichtigste Säule des rituellen Gebets, das den größten Ibadet darstellt. Denn unser Prophet (s.a.w.) sagte, dass der Moment der Niederwerfung den Höhepunkt des Demuts darstellt. In diesem Moment ist der Diener Allah am nächsten.

Die Sedschde als Teil des rituellen Gebets steht synekdochisch für das rituelle Gebet selbst. Daher sind Moscheen Orte, an denen das rituelle Gebet verrichtet und Allah Te’ala angebetet wird.

Über die Vorzüge der Errichtung von Moscheen, spricht Rasulullah (s.a.w.) Folgendes: „Wer eine Moschee um Allahs willen baut, für den wird Allah ein Haus in der Dschennet bauen.” (Tabarani, al-Awsat, Hadis 3259)

Die erste Gebetsstätte, die auf der Erde errichtet wurde, ist die Ka’ba al-Muazzama. Sie ist das Zentrum aller Moscheen. Das göttliche Licht (nūr) steigt dort herab und verteilt sich von dort in die ganze Welt.

Alle Moscheen auf der Erde sind Zweigstellen der Ka’ba al-Muazzama und sind mit ihr zum einen äußerlich verbunden, denn sie bildet die Qibla, die Gebetsrichtung. Und zum anderen gibt es eine geistige Bindung dadurch, dass die Herzen der Betenden sich zu ihr zuwenden.

Daher gebührt den Moscheen der gleiche Respekt und die gleiche Ehrerbietung wie der Ka’ba al-Muazzama. Zugleich müssen sie in jeder Hinsicht aufrechterhalten werden.

Die Ka’ba al-Muazzama bildet die Wurzel sowie den Stamm des Baumes und die Moscheen sind seine Äste und Zweige.

Es ist die Pflicht der Muslime und ihre Verantwortung zugleich, die Moscheen aufrechtzuerhalten.

Denn Allah Te’ala sagt in der eingangs der Hutbe meinerseits reziertierten Ayet Kerime hierzu: „Wahrlich, der allein vermag die Erhaltung der Moscheen Allahs vorzunehmen, der an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt, das Gebet verrichtet, die Zakat entrichtet und keinen außer Allah fürchtet. Mögen diese zu denen gehören, die der Rechtleitung folgen.”(Sure at-Tawba, 9:18)

Es gibt zwei Arten die Moscheen aufrechtzuerhalten:

Die erste besteht darin, sie materiell in der besten Weise zu errichten und sie dem Gottesdienst entsprechend würdig sauber zu halten.

Die zweite besteht darin, die Moscheen mit Ibadat, Koranunterricht und ähnlichen spirituellen Schönheiten zu beleben und sie vor Einöde und Verfall zu bewahren.  Moscheen ohne Spiritualität sind dem Verfall preisgegeben.

Aus diesem Grund darf man die Moscheen und die Einrichtungen um sie herum, die für die Gebetsnischen die Imame, für die Kanzel die Prediger und die Gemeindemitglieder ausbilden, nicht getrennt von einander betrachten. Auch sie sind im Konzept der Moschee inbegriffen. Die Geschichte des Islams ist dessen Zeuge. Wenn wir uns die erste Moschee ansehen, die unser Prophet (s.a.w.) in der Medina al-Munawwara errichtet hat, finden wir darin eine Abteilung, die für die sogenannten Ashab as-Suffa, den Koranstudierenden, gewidmet war. In den folgenden Epochen wurden in Medresen direkt neben den Moscheen große Mudschtehids und Gelehrte, deren Werke wir heute studieren und an die wir mit Gebeten gedenken, ausgebildet.

Daher wäre es sicherlich nachlässig, die Errichtung von Moscheen zu betonen und dabei die Einrichtungen, in denen die islamischen Wissenschaften gelehrt werden, unerwähnt zu lassen.

Vergißt nicht! Moscheen, die von Bildungseinrichtungen abgekoppelt werden, sind wie Wasserbecken, die von der Quelle abgeschnitten sind.

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