Die Bedeutung der Halāl-Ernährung
06. August 2025
Verehrte Muslime!
In unserer heutigen Hutbe geht es um die Bedeutung der Halāl-Ernährung. Halāl bedeutet wörtlich das, was Allah Taʿālā erlaubt hat. Haram hingegen ist das, was Er verboten hat.
Nach islamischem Selbstverständnis sind halāl und harām die Grenzen, die Allah Taʿālā Seinen Dienern Selbst gesetzt hat. Niemand hat das Recht, halāl für harām und harām für halāl zu erklären. Deshalb ermahnt Allah Taʿālā Seine Diener wie folgt:
„Dies sind Allahs Grenzen, so kommt ihnen nicht zu nahe!” (al-Baqara, 2:187)
In einem anderen Ayat macht Er deutlich, mit welchen Konsequenzen diejenigen zu rechnen haben, die sich nicht mit Halāl begnügen, sondern aus Kühnheit die Grenzen überschreiten und in die Zone des Harām eindringen. Er sagt:
„Wer sich aber Allah und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Grenzen überschreitet, den wird Er in ein Feuer eintreten lassen, in dem er ewig bleiben wird. Und für ihn gibt es eine schmachvolle Strafe.” (an-Nisā, 4:14)
Halāl-Ernährung erleuchtet das Herz und bessert es. Auf diese Weise werden alle Organe gereinigt, Böses verhindert und gute Taten vermehrt. Der Verzehr von harām- oder harāmverdächtiger Nahrung verdunkelt das Herz hingegen, verdirbt es und verhärtet es. Harām verhindert auch die Annahme von Duas.
Für Menschen mit reiner Natur ist reine Nahrung das Richtige. Denn ihre Herzen finden nur durch reine und erlaubte Nahrung Frieden. Diese Menschen bewahren die Reinheit ihrer Natur, tun rechtschaffene Dinge, die Allah Taʿālā gefallen, und ihre Gebete werden erhört.
Allah Taʿālā erklärt, dass unreine und verbotene Nahrungsmittel reiner Menschen nicht würdig sind. Er sagt zu Seinen Gesandten: „O ihr Gesandten, esst von den guten Dingen und handelt rechtschaffen. Wahrlich, Ich bin über das, was ihr tut, allwissend.” (al-Mu’minūn, 23:51)
In einem anderen Ayat, der sich an die gesamte Menschheit richtet, heißt es:
„O ihr Menschen! Esst von dem, was auf der Erde an Erlaubtem und Gutem gibt, und folgt nicht den Fußstapfen des Satans. Er ist euch ein offenkundiger Feind.” (al-Baqara, 2:168)
Einige Tafsîr-Gelehrte haben die Aussage „Esst von dem, was erlaubt und gut ist” in diesem Ayat so interpretiert, dass die Nahrungsmittel weder harām noch harāmverdächtig sein dürfen. (Vgl. Rūh al-Bayān, Sure 2:168) Tatsächlich macht der folgende Hadith Scharīf dies deutlich:
„Wahrlich, das, was halāl ist, ist klar und auch das, was harām ist, ist klar. Dazwischen gibt es zweifelhafte Dinge, die viele Menschen nicht kennen. Wer sich von den zweifelhaften Dingen fernhält, hält seine Religion und seine Würde rein. Und wer in zweifelhafte Dinge verfällt, fällt in Harām, wie ein Hirte, der um eine Schutzzone herumweidet und im Begriff ist, in diese hineinzugeraten. Seid aufmerksam! Gewiss, jeder Herrscher hat eine Schutzzone. Seid wachsam! Die Schutzzone Allahs sind Seine Verbote.” (al-Buchārī, Īmān 39)
Gemäß der Regel „Die Dinge werden durch ihre Gegensätze verstanden” können wir Halāl besser verstehen, wenn wir Bescheid wissen, was harām, also verboten, ist. Es gibt Dinge, die im heiligen Koran und in den segensreichen Hadithen unseres Propheten als harām erklärt wurden und die keinen Raum für Zweifel lassen. Sie sind daher in erster Linie zu vermeiden. Dazu gehören beispielsweise der Verzehr von Fleisch, das nicht nach islamischem Ritus geschlachtet wurde, Blut, Schweinefleisch, Fleisch von Tieren, die im Namen eines anderen als Allah geschlachtet wurden, alle Arten von alkoholischen Getränken, berauschende Mittel, Zinsgeschäfte und Bestechung. Ebenfalls verboten sind Diebstahl, Raub, Betrug, sowie Vermögen, das auf unrechtmäßige Weise erworden wurde.
Der Gesandte Allahs (s.a.w.) sagte:
„Ein Körper, der sich von Verbotenem ernährt, wird nicht in das Paradies eingehen. Die Hölle ist seiner am würdigsten.” (Musnad, Ahmad b. Hanbal, 14441)
Gesegnet sind diejenigen, die ihren von Natur aus reinen Körper und ihre Seele nicht mit Harām verunreinigen.